10.02.2026

ARD-Recherche belastet DESG-Präsident Große

Dombeck ist Athletensprecher der Eisschnellläufer (Imago - Karina Hessland-Wissel - Imago/SID)

Im deutschen Eisschnelllauf wächst offenbar der Unmut unter Athletinnen und Athleten gegenüber der Verbandsspitze. "Die aktuelle Situation im Verband stellt für viele eine zusätzliche, erhebliche Belastung dar", sagte Athletensprecher Hendrik Dombek in einem Beitrag der ARD, der am Montag veröffentlicht wurde und vor allem DESG-Präsident Matthias Große belastet.

Es bestehe daher "dringender Bedarf an einem intensiveren und regelmäßigen Austausch mit den Verbandsgremien", ließ Dombek, der bei den Olympischen Winterspielen in Mailand/Cortina am Mittwoch über die 1000 m an den Start geht, schriftlich verlauten. Ziel der Athletenvertretung sei es, "ein Umfeld zu schaffen, das von gegenseitigem Respekt, transparenter Kommunikation und verantwortungsvollem Umgang mit Macht geprägt ist."

Große, Lebensgefährte der fünfmaligen Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein, steht seit 2020 an der Spitze der Deutschen Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft (DESG). Der Berliner Immobilienunternehmer wollte den einst sehr erfolgreichen Verband, der seit 2010 keine Olympiamedaille mehr gewonnen hat, zu alter Stärke zurückführen.

"Die Athletinnen und Athleten aus der DESG, mit denen wir gesprochen haben, sind sehr frustriert", sagte Johannes Herber, Geschäftsführer des unabhängigen Vereins Athleten Deutschland, der den Unmut der deutschen Eisschnellläufer wahrgenommen hat: "Sie haben auch eine gewisse Desillusion an den Tag gelegt, weil sie gemerkt haben: Sie wollen eigentlich mitgestalten, und es wurde ihnen immer wieder die Tür vor der Nase zugeschlagen."

Große wollte sich auf SID-Anfrage zu den Vorwürfen, dass die DESG Haushaltspläne zurückgehalten und versprochene Prämien nicht an Vereine und Sportler ausbezahlt habe, nicht erklären. Stattdessen werde man sich nach den Winterspielen am 26. Februar auf einer Pressekonferenz auf dem Berliner Mügelturm "vollumfänglich dazu äußern".

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) teilte am Dienstag auf Anfrage mit, man sei "aufgrund der aktuellen Berichterstattung sensibilisiert". Der Dachverband erwartet von seinen Mitgliedsverbänden, "dass sie sich im Rahmen der rechtlichen Vorgaben bewegen sowie ihre eigenen Satzungen und Regelungen und dabei die Grundsätze der guten Verbandsführung einhalten." Dazu zähle "ausdrücklich" ein fairer und respektvoller Umgang miteinander, insbesondere Athletinnen und Athleten müssten sich "sicher fühlen und ihren Sport uneingeschränkt ausüben können".

Als Nationales Olympisches Komitee werde man während der laufenden Olympischen Spiele "alles dafür tun, die Athletinnen und Athleten des Team Deutschland zu stärken, damit sie ihre bestmögliche Leistung abrufen können". Der DOSB verwies weiter darauf, dass auch die Autonomie der Verbände in "einen rechtlichen Rahmen gegossen und durch diesen begrenzt" sei: "Zu diesem Rahmen zählen vor allem das Vereinsrecht, aber u.a. auch das Strafrecht, das Zuwendungsrecht oder das Persönlichkeitsrecht."


Immer auf dem Laufenden!
Mit dem SID-Newsletter

kostenfrei abonnieren


Diese Meldung ist ausschließlich zur privaten Information, jegliche Weitergabe sowie kommerzielle oder nicht-kommerzielle Nutzung ist untersagt. Bei Interesse, diese und/oder andere SID-Meldungen in Ihren On- und/oder Offlineprodukten zu nutzen, wenden Sie sich bitte an den SID-Vertrieb (sales@sid.de) zur Klärung der Nutzungsrechte.