Gold verpasst: Nolte gewinnt Silber im Monobob
Laura Nolte im Monobob (AFP - STEFANO RELLANDINI - SID)
Laura Nolte hat ihren ersten Olympiasieg im Monobob auf dramatische Weise verpasst. In einem Krimi musste die 27 Jahre alte Weltcup-Dominatorin im vierten Lauf noch die US-Amerikanerin Elana Meyers Taylor vorbeiziehen lassen und gewann mit 0,04 Sekunden Rückstand Silber. Dritte in Cortina d'Ampezzo wurde Peking-Olympiasiegerin Kaillie Armbruster Humphries aus den USA.
"Ich war bereit, ich habe alles gegeben, aber irgendwie sollte es nicht sein", sagte Nolte im ZDF und musste immer wieder ihre Tränen zurückhalten. "Das ist bitter, du schnupperst an Gold und machst es am Ende nicht", sagte Bundestrainer René Spies: "Aber man kann aus einem Monobob-Rennen auch ganz ohne Medaille rausgehen. Für mich hat sie nicht Gold verloren sondern Silber gewonnen."
Für die deutschen Schlittensportler ist es dennoch die zwölfte Medaille im neunten Rennen der Winterspiele - und für Nolte die zweite ihrer Karriere: Vor vier Jahren in Peking war sie mit ihrem Triumph im Zweier zur jüngsten Bob-Olympiasiegerin der Geschichte aufgestiegen. In Cortina eröffnete sie nun die deutschen Bob-Festspiele, die sich höchstwahrscheinlich schon am Dienstag fortsetzen werden: Im Zweier der Männer führt Johannes Lochner zur Halbzeit vor den Landsleuten Francesco Friedrich und Adam Ammour.
Für die in Frankfurt am Main lebende Ausnahmepilotin ist es dennoch eine weitere Enttäuschung in dieser Disziplin, nachdem sie bei der olympischen Premiere des kleinen Frauen-Schlittens in Peking nur Vierte geworden war. Sie führte in Cortina nach jedem der ersten drei Läufe - die bereits 41 Jahre alte Meyers Taylor fuhr an einem überragenden Tag aber noch nach vorne und krönte sich zur ältesten Bob-Olympiasiegerin der Geschichte. Für die US-Amerikanerin ist es die sechste Olympiamedaille - aber das erste Gold.
Nolte will nun im Zweier am Freitag und Samstag zurückschlagen. Gemeinsam mit Anschieberin Deborah Levi ist sie nach fünf Siegen in sieben Weltcup-Rennen die Topfavoritin.
Lisa Buckwitz vom BRC Thüringen, Olympiasiegerin im Zweier als Anschieberin von Mariama Jamanka in Pyeongchang 2018, wurde mit deutlichem Rückstand auf das Podium Vierte. Kim Kalicki aus Wiesbaden kam mit der anspruchsvollen Bahn überhaupt nicht zurecht und hatte als 15. mit der Entscheidung nichts zu tun.
Im Monobob wird mit Einheitsschlitten gefahren, weshalb die Weltspitze im Vergleich zum Zweier deutlich enger beieinander liegt. In Peking war das erfolgsverwöhnte deutsche Team in der damals neu eingeführten Disziplin komplett leer ausgegangen.
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