25.02.2026

Frankreich 2030: Nächster Rücktritt im Organisationskomitee

Edgar Grospiron (l.) und Cyril Linette (AFP - ARNAUD FINISTRE - SID)

Die Führungskrise im Organisationskomitee der Olympischen Winterspiele 2030 in den französischen Alpen weitet sich aus. Am Mittwoch gab das OK den Rücktritt des Geschäftsführers Cyril Linette bekannt, der 55-Jährige lag seit Wochen im Streit mit Edgar Grospiron, Präsident des Comité d'Organisation des Jeux Olympiques et Paralympiques (COJOP).

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte bereits während der Winterspiele von Mailand und Cortina die Sorge über die Vorgänge beim kommenden Ausrichter geäußert. Es gebe da "ein Personalproblem, um das ganz klar zu sagen", bemerkte IOC-Exekutivdirektor Christophe Dubi. Er habe das "mehrfach angesprochen, es ist überhaupt nicht komfortabel", fügte der Schweizer hinzu.

Linette ist die vierte Führungskraft, die das COJOP innerhalb von zwei Monaten verlässt. Zuvor hatten Direktorin Anne Murac, Kommunikationschef Arthur Richer und Bertrand Méheut, Vorsitzender des Vergütungsausschusses, ihre Ämter niedergelegt. Der Konflikt zwischen Grospiron, Buckelpisten-Olympiasieger von 1992, und Linette spitzte sich zuletzt zu, dabei hatte Grospiron den früheren Journalisten selbst für das COJOP ausgewählt.

Bei einer Anhörung vor einem Ausschuss des französischen Senats am Mittwoch weigerte sich Grospiron, Details der Auseinandersetzung mit Linette offenzulegen, er berief sich auf eine Vertraulichkeitsklausel. Einen eigenen Rücktritt schloss er aus. "Ich war und bin nach wie vor zu 100 Prozent in dieses Projekt involviert und engagiert", sagte Grospiron. Der 56-Jährige kritisierte zudem den "Medienzirkus" um die Führungskrise, räumte aber "Schwierigkeiten" im Ablauf ein.

Frankreichs Premierminister Sébastien Lecornu hatte sich bereits am Montag in die Debatte eingeschaltet und gefordert: "Alle müssen an einem Strang ziehen, um die Olympischen Spiele 2030 zu verwirklichen."


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