Referendum in NRW: Klare Mehrheit für Olympia
Hendrik Wüst spricht am Wahlabend in Köln (picture-alliance/dpa - Christoph Reichwein - picture-alliance/dpa/SID)
Die Bürgerinnen und Bürger in Nordrhein-Westfalen haben den Weg für eine mögliche Bewerbung von Köln-Rhein/Ruhr um Olympische und Paralympische Sommerspiele freigemacht. Bei dem Referendum in 17 Kommunen des bevölkerungsreichsten Bundeslandes entfielen laut des vorläufigen Zwischenergebnisses rund zwei Drittel der gültigen und gewerteten Stimmen für eine Beteiligung der Kampagne um die Spiele 2036, 2040 oder 2044.
"Ein überwältigender Abend mit ganz spektakulären Ergebnissen. Was für eine Klarheit. Was für ein breites Bürgervotum der Menschen für Olympia hier bei uns in Nordrhein-Westfalen", sagte Ministerpräsident Hendrik Wüst, der um 23 Uhr in Köln den aktuellen Stand präsentierte, aber noch keine genaue Zahl nannte: "Ich bin echt begeistert von diesen Ergebnissen, bin ein bisschen platt. Ich glaube, wir können mit Fug und Recht sagen: Ein historischer Rückhalt für eine Bewerbung Deutschlands um Olympische und Paralympische Spiele kommt heute Abend aus Nordrhein-Westfalen."
Rund 1,4 Millionen der vier Millionen Wahlberechtigten hatten abgestimmt. In Herten im Ruhrgebiet wurde allerdings die Mindestbeteiligung, das sogenannte Quorum, verpasst. Herten, wo laut Konzept Mountainbike-Wettbewerbe vorgesehen waren, ist damit nicht mehr Teil der Bewerbung. Die größeren Städte in NRW lieferten, teils mehr als 70 Prozent. Auch in Kiel im hohen Norden wurde abgestimmt: 63,5 Prozent der Teilnehmenden sprachen sich für eine Bewerbung aus, an der Förde soll gesegelt werden, wenn Köln/Rhein-Ruhr national und international das Rennen macht.
"Köln/Rhein-Ruhr hat jetzt den größtmöglichen Rückenwind für alles, was noch kommt", sagte Wüst: "Das Ergebnis ist aber auch ein großer Vertrauensbeweis und der klare Auftrag, Olympische und Paralympische Spiele zu uns nach Deutschland zu holen. Das nehmen wir an, und das nehmen wir ernst."
NRW hat damit wie München, das im vergangenen Oktober 66,4 Prozent Ja-Stimmen erreicht hatte, eine wichtige Hürde genommen. Die Zustimmung der Bürgerinnen und Bürger in den jeweiligen Regionen ist für die Evaluierungskommission des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) ein wichtiges Kriterium bei der Bewertung der nationalen Kandidaten. Letztlich entscheiden aber die Delegierten, allen voran die olympischen Verbände, am 26. September in Baden-Baden über den Bewerber beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC). Der DOSB rechnet mit einer Vergabe der Spiele 2036 nicht vor 2027. Die internationale Konkurrenz im Werben um Olympia ist groß.
In Hamburg werden die Bürgerinnen und Bürger ebenfalls um ihre Beteiligung gebeten, ausgezählt wird am 31. Mai. Beim vierten deutschen Interessenten Berlin ist ein Referendum nicht vorgesehen. Die Konzepte können bis Anfang Juni angepasst werden. Der DOSB bewertet alle vier Kandidaten mithilfe einer komplizierten Matrix, in der neben der Zustimmung der Bevölkerung weitere Faktoren stark gewichtet werden, u.a. die internationale Strahlkraft.
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