FBL-Neuerungen: Playoffs und Abstiegsrelegation möglich
Steht vor möglicher Revolution: Frauen-Bundesliga (picture alliance/Eibner-Pressefoto - Marcel von Fehrn - picture alliance/Eibner-Pressefoto/SID)
In der Frauen-Bundesliga (FBL) könnte die Meisterschaft künftig durch Playoffs entschieden werden. Wie die Sport Bild berichtet, gehören nach der Loslösung der FBL vom Deutschen Fußball-Bund Meister-Playoffs und eine Abstiegsrelegation zu den geplanten Rechtepaketen, die aktuell mit potenziellen Medienpartnern diskutiert werden.
Im neuen Modell würden die vier besten Teams der Hauptrunde in die Playoffs einziehen. Die Gewinner der Halbfinals spielen um die Meisterschaft, die Verlierer um den dritten Champions-League-Startplatz. Im Abstiegskampf sollen zudem der Elfte und der Zwölfte der Hauptrunde in Relegationsspielen aufeinandertreffen. Der Verlierer dieser Spiele trifft im Anschluss auf den Sieger der Zweitliga-Relegation (Dritter gegen Vierter).
Ob das Modell, das laut Sport Bild im Rahmen der Rechteausschreibung unter FBL-Präsidentin Katharina Kiel (34) in Arbeitsgruppen mit den Klubs entwickelt wurde, so umgesetzt wird, ist aber noch offen. Das Feedback der Sender soll in die Entscheidung einfließen. Dabei fragt die FBL ab, welchen Wert die Playoffs für die Medienpartner hätten und welches Modell besser zu Programm und Vermarktung passe. Alternativ bleibt auch das "klassische System" mit der Meisterkür nach 26 Spieltagen möglich.
"Wir haben bei der Mitgliederversammlung verschiedene Modelle besprochen, unter anderem auch die Einführung von Playoffs", sagte Bayern-Vorstandschef Christian Dreesen. Der 58-Jährige bezeichnete sich selbst als "Traditionalist" und ist der Meinung, dass derjenige, der am Ende die Tabelle anführt, Meister sein sollte. "Aber es gibt auch andere Stimmen unter den 14 Mitgliedern."
Hintergrund der Reform ist der Wunsch, die Dominanz einzelner Vereine wie Bayern München oder VfL Wolfsburg zu durchbrechen. Beide Teams gewannen in den vergangenen zehn Jahren jeweils fünf Titel. "Ob Playoffs immer für größere Spannung sorgen, sei einmal dahingestellt", sagte Dreesen und fügte hinzu: "Es gibt ja Beispiele im Fußball oder in anderen Sportarten."
Playoffs in der Männer-Bundesliga steht Dreesen "nicht nur, weil der FC Bayern in den letzten Jahren häufiger gewonnen hat, kritisch gegenüber". Er wisse, dass viele Kollegen in der Bundesliga und der 2. Liga das ähnlich sehen.
Die FBL erhofft sich dadurch eine nachhaltige Vergrößerung ihrer Reichweite und Sichtbarkeit. Dafür will die Liga auch auf straffere Spielpläne setzen: Ein Topspiel soll am Freitag, ein weiteres am Samstag stattfinden, dazu kommen fünf Sonntagsspiele in einer Konferenzschaltung. Montagsspiele würden komplett entfallen.
Die aktuellen TV-Verträge mit ARD, ZDF, MagentaTV, DAZN, Sport1 und Sky laufen seit der Saison 2024/25 und bringen den 14 Klubs jährlich 5,2 Millionen Euro ein. Die nächsten TV-Rechte werden nur für zwei statt wie bisher für vier Saisons verkauft. Die finale Entscheidung darüber wird am 30. November auf der Mitgliederversammlung der Klubs basierend auf den Sendergeboten erwartet.
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